Staffelzinsen
Auch bei einem Festgeld-Konto ist nicht alles Gold was glänzt. So ködern einige Banken neue Kunden gern mit hohen Zinsen. Schaut man sich dann die Festgeld Konditionen im Einzelnen an, handelt es sich bei dem vorgestellten Zins lediglich um den Top-Zins in einer Reihe von eher mäßig hohen, gestaffelten Zinsen. Und diese ergeben sich vor allem durch die gewählte Laufzeit sowie die Höhe der Anlagesumme. Als Grundregel kann hier gelten: Je länger die Laufzeit und je höher der angelegte Betrag, desto höher fallen die Festgeld Zinsen aus.
Außerdem müssen Sie sich deutlich machen, dass die Banken bei gestaffelten Festgeldzinsen immer nur den Betrag mit dem höheren Zinssatz verzinsen, der über die niedrigere Zinsstufe hinausgeht. Es wird also nicht der gesamte Anlagebetrag mit dem hohen Top-Zins verzinst.
Zur Veranschaulichung: Bis zu einer Summe von 5.000 Euro zahlt eine Bank 2,50% p.a., darüber 3,00% p.a. Legen Sie also 6.000 Euro an, erhalten Sie auf die 5.000 Euro die niedrigere Verzinsung und nur auf die weiteren 1.000 Euro den Zinssatz von 3,00% p.a.
Interessieren Sie sich also für ein Festgeldkonto, gilt der erste Blick den genauen Zins-Konditionen: Vergibt die Bank den Zinssatz unbegrenzt für jede Anlagesumme? Oder gibt es Zinsstufen, d.h. beginnt die Verzinsung bei wenigen Prozent und steigert sich erst mit zunehmender Laufzeit bzw. Anlagesumme? Was erhalten Sie also konkret für den Geldbetrag, den Sie bei der Bank als Festgeld anlegen wollen? Lohnt es sich für Sie damit überhaupt, Ihr Geld durch ein Festgeldkonto für mehrere Monate oder Jahre fest zu binden?
Zinsauszahlung
Ein weiterer Aspekt, der letztlich Ihre Rendite beeinflusst, ist der Rhythmus, in dem die Zinsen für Ihr Festgeld ausgezahlt werden. Hier gibt es einige Unterschiede zwischen den Banken und deren Zinsgutschriften. So bieten einige Institute eine monatliche, andere lediglich eine jährliche Verzinsung und noch andere nur eine Verzinsung am Ende der gesamten Laufzeit.
Für Sie von Vorteil ist bei einer Zinsausschüttung ein Mal im Monat, dass Sie so ein monatliches finanzielles "Zubrot" haben. Die Festgeldzinsen stehen Ihnen sofort zur Verfügung, da sie direkt auf Ihr Referenzkonto ausgezahlt werden.
Wenn Ihnen die Festgeld Zinsen ein Mal im Jahr gutgeschrieben werden, legen manche Banken die angesammelten Zinsen automatisch mit auf dem Festgeldkonto an, d.h. letztlich erhöht sich damit der verzinsliche Anlagebetrag und Sie erhalten am Ende der Gesamtlaufzeit einen höheren Zinsertrag. Allerdings gehen nicht alle Anbieter bei der jährlichen Ausschüttung so vor, vielmehr zahlen auch viele Banken die Zinsen einfach dem angegebenen Referenzkonto gut.
Genauso verhält es sich bei der Zinszahlung am Ende der Laufzeit; kündigen Sie Ihr Festgeldkonto, erhalten Sie den angelegten Betrag zuzüglich der Zinsen auf das Referenzkonto gutgeschrieben. Wollen Sie Ihr Festgeld verlängern, können Sie wählen, ob der Zinsertrag zusätzlich zum bestehenden Guthaben mit angelegt werden oder an Sie ausgezahlt werden soll.
Steuerung der Festgeldzinsen
Die Zinsen für Festgeld orientieren sich in ihrer Höhe an bestimmten Vorgaben und Referenzwerten, d.h. die Banken statten ihr Festgeld nicht willkürlich mit der Verzinsung aus, die sie letztlich ihren Kunden anbieten.
Eine wichtige Orientierung liefert den Festgeld-Anbietern dabei der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Bei der EZB können sich Banken Geld leihen, für das sie einen von der Zentralbank festgelegten Zinssatz zahlen müssen.
In wirtschaftlich ruhigen Zeiten ist die Verzinsung der EZB relativ hoch angesetzt und die Banken greifen dann lieber beispielsweise über Festgeld-Konten auf das im Vergleich günstigere Geld der Bankkunden zurück.
Kämpft sich die Wirtschaft jedoch durch eine Krise und sind dadurch Investitionen erschwert, dann senkt die EZB in der Regel den Leitzins, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Das bedeutet für private Anleger, dass sie für ihr Geld nur wenige Zinsen erhalten, da die Banken Geld billiger über die EZB erhalten und auf Ihr "teureres" Geld nicht angewiesen sind. Hebt die EZB den Leitzins jedoch wieder an, ist auch die Chance für Privatanleger gut, dass die Zinssätze für Geldanlagen wie Festgeld oder Tagesgeld wieder steigen.
Neben den Leitzins der Zentralbank gibt es noch weitere Faktoren, die die Höhe der Festgeld Zinsen beeinflussen, beispielsweise die Zinssätze, zu denen sich die Banken gegenseitig Geld leihen (EURIBOR).