Zinsbindung
Als Zinsbindung bezeichnet man den Zeitraum, für den sich die Bank verpflichtet, den Zinssatz einer Immobilienfinanzierung beizubehalten. Die Zinsbindung wird vertraglich festgeschrieben und bewirkt, dass das Zinsniveau erst nach der vereinbarten Frist wieder an den Leitzins angepasst werden darf. Da der Immobilienkredit innerhalb der Zinsbindungsfrist nicht völlig zurückgezahlt wird, benötigen Sie danach eine Anschlussfinanzierung für die Restschuld.
Immobilienfinanzierung mit der optimalen Zinsbindung
Für die Zinsbindung bieten die meisten Banken feste Jahresintervalle an, die zwischen 5 und 25, in Einzelfällen auch 30 Jahren liegen. Üblich sind Zinsbindungsfristen von 5, 10, 15, 20 und 25 Jahren. Nicht nur in der Dauer, auch im Preis unterscheiden sich die einzelnen Intervalle: Wer für seinen Kredit eine längere Zinsbindung wählt, zahlt ein paar Prozentpunkte mehr – schließlich bedeutet eine längere Zinsbindung auch mehr Sicherheit und Schutz vor unvorhergesehenen Zinsschwankungen am Immobilienmarkt.
Doch nicht nur die Sicherheit sollte maßgeblich sein bei der Auswahl der Zinsbindungsfrist. Eine kürzere Zinsbindung etwa von 5 Jahren bietet nicht nur den Vorteil, dass sie preiswerter ist. Sie ermöglicht dem Kreditnehmer zudem, auf sinkende Leitzinsen zu reagieren und nach verhältnismäßig kurzer Zeit auf den günstigeren Zinssatz umzusteigen. Wer hingegen die Zinsen für seinen Immobilienkredit für längere Zeit festschreiben lässt, besitzt diese Flexibilität nicht. Und bei einem vorgezogenen Ausstieg aus der Zinsbindung zahlt man Vorfälligkeitsentschädigungen an die Bank und verringert so den erhofften Spareffekt. Auch Sondertilgungen bei einer längeren Zinsbindung häufig nicht möglich, und wenn, dann nur gegen Aufpreis.
Ein Auge am Immobilienmarkt
Um die richtige Zinsbindung für die eigene Immobilienfinanzierung ausfindig zu machen, sollte man den Blick auf den Immobilienmarkt und die Bauzinsen richten. Im langfristigen Verlauf der Bauzinsen zeichnen sich Tendenzen ab, die Ihnen helfen, kommende Zinsentwicklungen abzusehen und bei der Auswahl Ihrer Zinsbindung zu berücksichtigen.
Handliche Internettools können diese Aufgabe heutzutage massiv erleichtern. Auch Kredit Magazin stellt Ihnen einen übersichtlichen Zins-Chart zur Verfügung, anhand dessen Sie sich die Entwicklung der Bauzinsen über die zurückliegenden Jahre vergegenwärtigen können. Mit einem Klick vergleichen Sie die Zinssätze für verschiedene Zinsbindungen. Auf diese Weise gewinnen Sie einen Überblick über die preislichen Differenzen der jeweiligen Zinsbindungsfristen und können außerdem besser auf den weiteren Verlauf des Zinsniveaus schließen.
Empfehlung
Für den Fall, dass nicht mit einer schnellen Verteuerung der Zinsen am Immobilienmarkt zu rechnen ist, spricht im Grunde nichts gegen eine kürzere Zinsbindung – schließlich wollen Sie die Kosten für Ihren Immobilienkredit nicht durch eine unnötig lange Zinsbindung vermehren. Jedoch birgt eine derartige Spekulation auch ein gewisses Risiko: Wenn die Zinsen entgegen Ihrer Erwartung steigen, verteuert das Ihre Immobilienfinanzierung. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Zinsbindung von 10 Jahren, die Ihnen einen soliden Mittelweg zwischen Sicherheit und Flexibilität bietet: Das Risiko sprunghaft steigender Preise nach dem Ende der Zinsbindungsfrist bleibt überschaubar, und zugleich rentiert sich der vergleichsweise niedrige Aufpreis für die 10jährige Zinsfestschreibung.