Kredit-Magazin News vom 22.10.2008
American Express rechnet mit steigenden Kreditausfällen
Der US-Kreditkartenkonzern American Express (Amex) musste im dritten Quartal dieses Jahres wegen verstärkter Verluste im Kreditkarten-Geschäft erneut einen Gewinneinbruch verzeichnen. Trotzdem wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Amex teilte mit, der Gewinn aus dem operativen Geschäft sei um gut 20 Prozent auf 861 Mio. Dollar gesunken, der Überschuss fiel durch immer mehr unbezahlte Kreditkartenschulden um fast ein Viertel. Konzernchef Kenneth Chenault sagte, man habe die Vorsorge für vom Ausfall bedrohte Kredite stark aufstocken müssen. Amex stellte 1,4 Mrd. Dollar dafür zurück, etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der US-Konzern war lange wegen seiner relativ zahlungskräftigen Kunden als vergleichsweise widerstandsfähig eingestuft worden. Durch die Kredit Krise geraten jedoch mehr und mehr alle Gesellschaftsschichten in eine Schuldenfalle. Im Gegensatz zu den Kreditkarten-Konkurrenten Visa und Mastercard trägt American Express das Risiko unbezahlter Kreditkarten-Schulden selbst. Visa und Mastercard verdienen dagegen an den Abwicklungsgebühren, die mit den Karten verbundenen Kredite werden von ihren Mitgliedsbanken bewilligt.
Amex beurteilte deshalb auch die Geschäftsaussichten äußerst skeptisch. Die Finanzkrise werde die globale Konjunktur bis weit in das kommende Jahr belasten und die Nutzung von Kreditkarten dämpfen. Zudem sei in den kommenden zwei Quartalen mit einer Steigerung der Verluste wegen Kredit-Ausfällen zu rechnen. Der Konzern plant deshalb eine Kostensenkung, u.a. durch die Kürzung der Werbeausgaben. Außerdem will das Unternehmen vielen US-Kunden weniger Kredit einräumen.
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