Kredit-Magazin News vom 16.07.2009
Auslandsbanken ohne eigene Filialen mit Schwierigkeiten bei Kunden
Europäische Kredit Banken, die im Geschäft mit privaten Kunden (Retail-Banking) auch in anderen EU-Ländern erfolgreich tätig sein wollen, müssen dafür in diesen Staaten entweder eine eigenes Filialnetz betreiben oder ein bereits bestehendes Bankinstitut mit seinen Filialen übernehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter etwa 200 Finanzmarktexperten. Das ZEW hatte dabei gefragt, warum der von der EU-Kommission angestrebte Zusammenschluss des europäischen Bankenmarkts bezüglich des Privatkundengeschäfts bislang nicht zustande kommt.
Die befragten Experten gingen davon aus, dass nur durch den lokalen Bankbetrieb mit der Nähe zum Kunden und nicht durch grenzüberschreitende Tätigkeiten vom Heimatmarkt aus ein Erfolg eintritt. So sahen 50 Prozent in dem Fehlen eigener Filialen im Ausland einen wesentlichen Grund, warum viele Kredit Institute den Sprung in die Retail-Banking Märkte anderer europäischer Länder bislang scheuen. Etwa 38 Prozent sehen des Weiteren im Misstrauen der Kunden gegenüber ausländischen Banken einen wichtigen und 23 Prozent sogar einen sehr wichtigen Grund für die Zurückhaltung der Institute, in die Privatkunden- Märkte anderer EU-Länder einzutreten.
In Deutschland sind die Verbraucher seit dem Beginn der internationalen Kredit Krise und der damit einhergehenden Bankenpleiten wie von der isländischen Bank Kaupthing Edge deutlich misstrauischer gegenüber ausländischen Instituten. Vor allem im Tagesgeld-Bereich sind viele Direktbanken und ausländischen Geldinstitute ohne eigenes Filialnetz vertreten. bor
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
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