Kredit-Magazin News vom 24.08.2009
Bankenverband prüft Reduktion der Einlagensicherung
Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) erwägt nach einem Bericht des "Manager Magazin" eine Reduzierung der Einlagensicherung pro Kunde. Wie das Blatt in seiner aktuellen Ausgabe mit Berufung auf Bankenkreise schreibt, sollen im Zuge einer Reform des BdB-Sicherungsfonds die Haftungsgrenzen gesenkt werden, um die Finanzierbarkeit der Sicherungseinrichtung zu gewährleisten. Darüber hinaus will der Verband laut "Manager Magazin" die Absicherung zukünftig auf private Kunden beschränken. Bislang schützt der Bankenfonds auch institutionelle Großanleger und Investoren, die im Fall der Lehman-Insolvenz vorrangig von der Einlagensicherung profitierten.
Die Kredit Banken sichern über den Fonds bislang bei einer Bankeninsolvenz Einlagen jedes Kunden bis zu einer Höhe von 30 Prozent des Eigenkapitals der Bank ab. Im Falle der zusammengebrochenen Lehman-Bank wären dies theoretisch 285 Mio. Euro pro Kunde gewesen. Mit diesem Szenario als Hintergrund hatte der Sicherungsfonds der deutschen Banken gerade erst die Beiträge für die zugehörigen Institute von 0,3 auf 0,6 Promille der jeweiligen Kundeneinlagen verdoppelt.
Dem Magazin zu Folge ist bei den Plänen auch die Frage relevant, inwieweit die deutschen Bankentöchter von Auslandsbanken künftig noch bei der Einlagensicherung berücksichtigt werden sollen. Zudem verlangen die beiden größten deutschen Privatbanken Commerzbank und Deutsche Bank eine Umgestaltung der Lastenverteilung innerhalb des Sicherungsfonds, da bislang etwa zwei Drittel der Fondsmittel durch die beiden Institute aufgebracht werden.
Der Bankenverband wollte auf Anfrage keinen Kommentar zu dem Bericht geben. Zurzeit befasst sich eine eigene BdB-Arbeitsgruppe mit dem Thema. bor
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
>> Banken im Profil - Wichtige deutsche Banken in der Übersicht
>> Einlagensicherung - Absicherung beim Tagesgeldkonto
>> Restschuldversicherung - Eigene Absicherung beim Kreditvertrag