Kredit-Magazin News vom 14.10.2008
Deutscher Banken-Chef gesteht Mitschuld der Banken ein
Der Präsident des Bankenverbands (BdB), Klaus-Peter Müller, hat Fehler der deutschen Banken eingeräumt, die zur Kredit Krise mit beigetragen haben. In einem Gespräch mit der Bild-Zeitung sagte er, man hätte nicht zulassen dürfen, dass Finanzprodukte für die Kunden zu kompliziert geworden und damit nicht mehr verstehbar gewesen seien. Außerdem räumte Müller, der gleichzeitig auch Aufsichtsratschef bei der Commerzbank ist, eine Falscheinschätzung der US-Immobilienkrise ein. Hier sei vieles nicht richtig geprüft und bewertet worden und man habe sich zu sehr auf das Urteil der Rating-Agenturen verlassen. Allerdings wehrte sich der BdB-Präsident gegen eine Pauschalverurteilung der Kredit Banken. "Wir haben auch sehr gute Jahre hinter uns, und mit einer Abschwächung des Wachstums war ohnehin zu rechnen", so Müller. Die große Mehrheit mache gute Arbeit und habe sich nichts vorzuwerfen.
Müller sieht in dem Milliarden-Rettungspaket der Bundesregierung "das Signal zur Wende", welches dazu beitragen werde, "dass sich die Märkte jetzt beruhigen". Er sieht jedoch trotz dieser staatlichen Finanzhilfe für die deutsche Wirtschaft die Gefahr einer Rezession für das Jahr 2009. "Wenn die weltweite Nachfrage spürbar nachlässt, wird sich das natürlich auf die deutsche Konjunktur auswirken. Die Gefahr einer Rezession ist da", erklärte der BdB-Chef.
Diese Einschätzung teilen auch die führenden deutschen Wirtschaftsforscher: Nach verschiedenen Berichten rechnen diese für das Jahr 2009 nur noch mit einem Wachstum von 0,2 Prozent. In einem Gutachten aus dem Frühjahr waren die Experten noch von 1,4 Prozent Wachstum ausgegangen.
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