Kredit-Magazin News vom 22.10.2008
Durchsuchungen der KfW-Zentrale wegen Untreueverdacht
Wegen des Verdachts auf Untreue im Zusammenhang mit der Überweisung von 319 Mio. Euro an die insolvente US-Bank Lehman Brothers durchsuchten heute Morgen Beamte von Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt die Geschäftsräume der staatlichen KfW-Gruppe in Frankfurt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt wurde das Ermittlungsverfahren gegen die Vorstände der Kreditanstalt für Wiederaufbau wegen des Untreueverdachts eingeleitet. Das Ziel sei, festzustellen, ob die Verantwortlichen ihre Pflichten der Vermögensbetreuung in strafrechtlich relevanter Weise verletzt hätten, so die Staatsanwaltschaft. Das wäre der Fall, wenn der Vorstand trotz des Wissens um die sich anbahnenden Zahlungsschwierigkeiten der US-Kredit Bank und vor dem Hintergrund der internationalen Bankenkrise die millionenschwere Überweisung nicht verhindert haben.
Seit Anfang Oktober untersucht die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main die Zwischenfälle bei der bundeseigenen Förderbank. Die KfW-Bankengruppe hatte durch die Überweisung an das zusammengebrochene amerikanische Finanzinstitut insgesamt einen Schaden von 536 Mio. Euro zu verzeichnen. Im Zusammenhang mit der Fehlüberweisung wurden zwei Vorstandsmitglieder sowie der Bereichsleiter Risikomanagement fristlos entlassen.
Laut Staatsanwaltschaft hat die KfW nach Bekanntwerden des Durchsuchungsbeschlusses den Ermittlern umfassende Unterstützung und Kooperation bei der Aufklärung zugesichert. "Die KfW wird für die Ermittlungen alle von der Staatsanwaltschaft erbetenen Informationen und Dokumente zur Verfügung stellen", sagte ein Bankensprecher.
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
>> KfW-Förderbank - Förderprogramme der Staatsbank
>> Kredit - Infos zu Ratenkredit, Autokredit, Baufinanzierung
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