Kredit-Magazin News vom 25.10.2008
Eigenleistung beim Hausbau realistisch einschätzen
Bauherren, die im Hinblick auf die hohen Baupreise beim Hausbau viel Eigenleistung mit einplanen, sollten laut des Verbands Privater Bauherren (VPB) die Eigenleistung nicht überschätzen, sondern realistisch planen. VPB-Bausachverständiger Bernhard Riedl: "Wer selbst baut, der braucht Know-how und sehr viel Zeit." Nach Berechnungen des Verbands am Beispiel eines Reihenhauses mit 140 Quadratmetern Wohnfläche kann ein Bauherr bei reinen Baukosten von etwa 275.000 Euro durch Eigenleistungen rund 25.000 Euro sparen.
Riedl warnt: "Das klingt zunächst viel, aber der Preis ist hoch. Um soviel Geld zu sparen, muss der Bauherr fast 850 Stunden auf der eigenen Baustelle schuften. Richtig gerechnet entspricht das der Arbeitszeit von einem halben Jahr." Die meisten könnten das neben der Arbeit gar nicht leisten. Hinzu komme, dass Laien nach Erfahrung des VPB maximal zwei Drittel der Leistung eines Profis schaffen und die nötige Routine fehle.
Bauherren sollten daher vor Vertragsabschluss zusammen mit einem Bausachverständigen die Eigenleistungen genau auflisten und im Vertrag detailliert festlegen. Die Arbeiten müssen exakt in den Bauablauf eingebunden sein, damit es keine organisatorischen wie auch zeitlichen Überschneidungen mit dem ausführenden Unternehmen gibt. Der VPB weist darauf hin, dass Privatleute bei Arbeitsunfällen auf der eigenen Baustelle keinen Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung haben, sondern eine Bauhelferversicherung benötigen. Neben einer realistischen Einschätzung der möglichen eigenen Leistungen beim Hausbau sollte auch die Baufinanzierung genau auf die Situation des Bauherren passen.
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
>> Immobilien Ratgeber - Informatives zu Hausbau und Hauskauf
>> Unabhängige Beratung - Offene Fragen mit Experten klären
>> Baufinanzierung - Wissenswertes rund um die Baufinanzierung