Kredit-Magazin News vom 08.04.2009
EU-Kommission kritisiert Gebührenstruktur von Visa
Der Kreditkarten-Anbieter Visa muss sich in einem förmlichen Missbrauchsverfahren, welches die EU-Kommission gegen das Unternehmen angestrengt hat, Vorwürfen von überhöhten Gebühren im Auslands-Kreditkartengeschäft stellen. Laut EU-Kommission liefen die Vorermittlungen dazu bereits seit März 2008. Demnach wirft Brüssel Visa vor, erneut gegen die Wettbewerbsregeln verstoßen zu haben. Dabei geht es insbesondere um die Höhe der Gebühren, die die Kreditkarten-Firma bei einem Gebrauch der Karte im Ausland von der Bank des jeweiligen Einzelhändlers verlangt. Diese sogenannten Interchange Fees legt Visa selber fest.
Die Gebühr werde laut der Kommission bei grenzüberschreitenden Ausgaben in der EU eingefordert, ferner auch bei Zahlungen innerhalb von neun EU-Ländern. In den weiteren Ländern, darunter Deutschland, setzen die Kredit Institute selbst diese Gebühren fest. Die Interbankengebühren schadeten dem Wettbewerb zwischen den Kredit Instituten und trieben die Kosten für Händler und damit die Preise für die Verbraucher in die Höhe. Mit 36 Prozent aller europäischen Kredit- und Zahlungskarten nimmt Visa eine marktbeherrschende Position ein. Deren Missbrauch zum Nachteil von Kunden und Verbrauchern ist nach EU-Recht unzulässig.
Bereits zuvor hatte der Visa-Konkurrent MasterCard ein Wettbewerbsverfahren der EU-Kommission abgewendet, indem er eine Senkung der Abrechnungsgebühren für den Karteneinsatz im EU-Ausland zugesagte. MasterCard hat jedoch gegen diese Verfügung Klage eingereicht und erwartet ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes. sch
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