Kredit-Magazin News vom 11.09.2008
EZB-Chef sieht kein Ende der Kredit Krise
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sieht noch kein Ende der Kredit Krise, diese sei eher zu einem kontinuierlichen Prozess geworden. Trichet rechnet weiterhin mit einer hohen Inflation in der Eurozone. Er verteidigte angesichts des anhaltend hohen Niveaus der Inflation seinen Kurs, diese zu bekämpfen, äußerte sich jedoch nicht bezüglich einer möglichen baldigen Senkung des Leitzins. Dieser liegt zurzeit bei 4,25 Prozent.
Dagegen spricht Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann erneut gegensätzlich zu Trichet von einem baldigen Ende der Krise. Er betonte, man sehe eine Stabilisierung und damit einen Beginn des Endes. Allerdings führe die anhaltende Nervosität der Märkte immer wieder zu panischen Reaktionen auf neue Botschaften.
Nach Ansicht von Trichet wirkt sich vor allem auch die problematische Lage der beiden US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac auf Europa aus. Die beiden wegen der Immobilienkrise stark angeschlagenen Baufinanzierer waren vor wenigen Tagen von der US-Regierung unter staatliche Kontrolle gestellt worden. Laut Trichet seien nicht nur amerikanische Kredit-Geber der beiden Banken in Gefahr gewesen, sondern auch ausländische und insbesondere europäische. Er betonte, die Entscheidung von US-Finanzminister Henry Paulson bezüglich der Verstaatlichung der beiden Finanzierer habe die weltweite wirtschaftliche Stabilität im Blick gehabt.
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