Kredit-Magazin News vom 12.07.2008
Fed-Chef Bernanke fordert stärkere Kontrollbefugnis
Als Konsequenz aus der Immobilienkrise setzen sich der US-Notenbankchef Ben Bernanke und der US-Finanzminister Henry Paulson für eine größere Kontroll- und Machtbefugnis der Fed ein. Bernanke und Paulson warben vor US-Kongressabgeordneten für eine umfassende und langfristige Reform der Banken- und Finanzaufsicht, damit sich die jüngste Kredit Krise nicht wiederhole. Der Notenbankchef und Minister Paulson halten das jetzige System der Bankenaufsicht in den USA für nicht mehr ausreichend. "Wir müssen schneller damit vorankommen, unseren Regulierungsrahmen zu erneuern und sowohl die Aufsicht als auch die Disziplin am Markt zu verbessern", sagte der Minister vor dem Hausfinanzierungsausschuss im Kongress.
Das neue Gesetz würde der Zentralbank weiter reichende Kontrollmöglichkeiten über das US-Finanzsystem einräumen. Bernanke nannte vor allem Investmentbanken und andere Wertpapierhändler, die langfristig gesehen strenger reguliert werden müssten. Allerdings rechneten beide Spitzenpolitiker wegen der anstehenden US-Präsidentenwahl im November erst im kommenden Jahr mit einer umfangreichen Reform.
Bei einer Änderung der bestehenden Gesetze sei es nach Ansicht von Bernanke und Paulson jedoch wichtig, dass sich der Markt nie sicher sein dürfe, dass der Staat im Krisenfall finanziell einspringe. "Damit Disziplin am Markt herrscht und Risiken wirkungsvoll eingrenzt werden, müssen Finanzinstitute auch scheitern dürfen", so Paulson. Nur so könnten künftig Gefahren minimiert und größere Kredit Krisen verhindert werden.
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