Kredit-Magazin News vom 14.07.2008
Fortis entlässt kritisierten Vorstandschef
Der belgisch niederländische Finanzkonzern Fortis hat seinen zunehmend in die Kritik geratenen Vorstandschef Jean-Paul Votron abgesetzt. Votrons Entlassung galt bereits länger als wahrscheinlich, da er wegen der lange nicht bekannt gegebenen Geldnot der Kredit Bank in die Kritik der Anleger geraten war. Gegenüber den Anlegern hatte die Bank wiederholt behauptet, die Finanzen seien solide und eine Abweichung von der Dividendenpolitik nicht geplant. Ende Juni hatte der Finanzkonzern dann jedoch überraschend angekündigt, mit einer Kapitalerhöhung seine durch die Kredit Krise angeschlagene finanzielle Situation ausbessern zu wollen. Daraufhin fielen die Aktien des Unternehmens um fast 20 Prozent.
Vorerst übernimmt Votrons bisheriger Stellvertreter Herman Verwilst seine Position, zugleich soll jedoch intern und extern nach einem neuen CEO gesucht werden. Die belgische Finanzaufsicht und die niederländische Zentralbank müssen dem Wechsel des Vorstandschefs noch zustimmen.
Währenddessen fordern die Aktionäre wegen der falschen Angaben von Fortis jetzt eine außerordentliche Hauptversammlung und drohen dem Management mit juristischen Schritten. Die niederländische Aktionärsschutzvereinigung VEB verlangt zudem auch den Rücktritt von Direktoriumschef Maurice Lippens.
Fortis, in Deutschland durch seinen Sofortkredit bekannt, ist wegen der weltweiten Finanzkrise und der Übernahme von Teilen des niederländischen Konkurrenten ABN Amro finanziell schwer belastet. Der Konzern hat sein Kapital angesichts der Kredit Krise bereits verstärkt, indem er einen fünfprozentigen Anteil der Gruppe und die Hälfte seiner Vermögensverwaltung verkauft hat.
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