Kredit-Magazin News vom 14.09.2008
Gebührenstreit um Kreditkarten Abhebung an Geldautomaten eskaliert
Der Konflikt zwischen Sparkassen und Direktbanken über die Nutzung der Geldautomaten verschärft sich zusehends. Nach Informationen des Handelsblatt haben seit Sommer mehr als vierzig Sparkassen bei dem Kreditkarten-Anbieter Visa beantragt, dass Kunden mehrerer Direktbanken mit ihrer Visa-Karte kein Bargeld mehr an den Automaten bekommen. Davon betroffen sind vor allem die Kunden von Citibank, ING Diba, Santander, Volkswagen Bank sowie die sparkasseneigene Direktbank DKB. Nach Angaben der Zeitung drohen jetzt vier Direktbanken in einem Schreiben einer Anzahl von Sparkassen mit gerichtlichen Schritten, wenn diese nicht bis Ende der Woche die Sperrung wieder aufheben.
Hintergrund des Streits ist, dass die Direktbanken seit einem Jahr ihren Kunden die kostenlose Bargeld-Abhebung mit der Visa-Kreditkarte an allen Geldautomaten in Deutschland anbieten.
Den Sparkassen missfällt dieses Angebot: Die Kunden der Direktbanken können auf die etwa 25.000 Sparkassen-Geldautomaten zugreifen, ohne dass die Banken ohne Automatennetz für den Service aufkommen müssten. Allerdings zahlen die Kredit Institute bereits für jede dieser Abhebungen zwischen 1,71 Euro und 1,74 Euro, stellen dies dem Kunden aber nicht in Rechnung.
Visa-Konkurrent Mastercard hat den Mitgliedsbanken bereits im Sommer mitgeteilt, dass ab nächstem Jahr die Geldautomatenbesitzer ihre Gebühren für das Abheben mit fremden Kreditkarten selbst bestimmen können. Dagegen stellte sich Visa auf Druck der Direktbanken gegen diesen Schritt.
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
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