Kredit-Magazin News vom 18.12.2008
Gerichtsbeschluss lässt Fortis-Verkauf an BNP Paribas zum Erliegen kommen
Der Übernahme des belgischen Finanzinstituts Fortis durch die französische Großbank BNP Paribas liegt durch eine Entscheidung des Brüsseler Berufungsgerichts auf Eis. BNP Paribas teilte nun mit, der Kauf könne nicht wie geplant fortgesetzt werden und begründetet dies mit der Gerichtsentscheidung von letztem Freitag, demnach die Übernahme für 65 Tage eingefroren wird. Das Gericht verpflichtete jedoch die Großbank, der belgischen Fortis Banque auch weiter Kapital zur Verfügung zu stellen. BNP Paribas sagte die für diesen Freitag geplante Hauptversammlung ab, auf der die Übernahme abgesegnet werden sollte.
Das Brüsseler Berufungsgericht hatte unerwartet am Freitag der Klage von Kleinanlegern Recht gegeben. Diese verlangen die Zustimmung zum geplanten Fortis-Verkauf an die französische Kredit Bank durch die Hauptversammlung der Fortis Holding. Diese Hauptversammlung soll nun bis spätestens 12. Februar stattfinden.
Die belgische Regierung will nach Aussage von Ministerpräsident Yves Leterme gegen das Urteil Einspruch einlegen.
BNP Paribas hatte Anfang Oktober angekündigt, für 14,7 Mrd. Euro 75 Prozent der belgischen Fortis Banques vom belgischen Staat zu übernehmen, außerdem 66 Prozent von Fortis Luxemburg und 100 Prozent des Kapitals der Fortis Insurance Belgium. Zuvor hatten die belgische und die niederländische Regierung den Fortis-Konzern mit einer Milliarden-Kapitalspritze vor dem Zerfall gerettet. Dafür hatten die Regierungen je 49 Prozent der belgischen und niederländischen Bank-Töchter übernommen. bor
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
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