Kredit-Magazin News vom 24.10.2008
Greenspan gesteht erstmals Fehler in Bezug auf Kredit Krise ein
Der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan hat im Zusammenhang mit der momentanen Kredit Krise erstmals eigene Fehler eingeräumt. Bei einer Anhörung in einem Ausschuss des US-Parlaments sagte Greenspan, er bereue, den Banken bei den komplizierten Kredit-Versicherungsgeschäften nicht stärker auf die Finger geklopft zu haben. Diese hochkomplexen sogenannten Credit Default Swaps (CDS) nicht stärker zu regulieren, sei ein Fehler gewesen.
In einer vorab veröffentlichten Rede vor dem Kongress bezeichnete Greenspan die Finanzmarktkrise als einen "Kredit-Tsunami", wie er nur einmal alle hundert Jahre über die Wirtschaft hinwegrolle. Zugleich sagte er gewaltige Auswirkungen der Krise auf die gesamte US-Wirtschaft sowie den Arbeitsmarkt und den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze voraus. Er und andere hätten geglaubt, dass die Finanzinstitutionen ihre Aktionäre besser schützen würden. Sie seien nun fassungslos. Greenspan machte für den Zusammenbruch des Finanzsystems Investoren verantwortlich, die die Gefahr durch fallende Immobilienpreise falsch eingeschätzt hätten.
Greenspan stand mehr als 18 Jahre an der Spitze der US-Notenbank Fed. Kritiker werfen ihm vor, durch billige Kredite wenig solvente US-Bürger zum Hauskauf verleitet und so die Blase am Immobilienmarkt mit verursacht zu haben. Nach dem 11. September 2001 hatte die Notenbank als Anreiz für die Wirtschaft ihren Leitzins bis auf einen Prozent gesenkt; dadurch wurden auch Kredite extrem billig. Bisher hatte Greenspan jede Mitschuld an der Finanzkrise zurückgewiesen.
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