Kredit-Magazin News vom 13.09.2008
Immobilienkrise trifft den spanischen Fußball
Die Krise auf dem europäischen Immobilienmarkt bedroht in Spanien nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zunehmend auch die Fußball-Profivereine. In Folge der ohne ausreichende finanzielle Sicherheiten vergebenen Kredite durch die spanischen Banken und Sparkassen kam es zu einem Platzen der Immobilienblase. Da viele Vereine von Unternehmen aus der Bau- und Immobilienindustrie gesponsert werden, geraten sie durch die Kredit Krise ebenso wie ihre Sponsoren verstärkt in finanzielle Schwierigkeiten.
So fungierte der Baukonzern Martinsa-Fadesa, dessen Insolvenz eine der größten Firmenpleiten in Spaniens Geschichte war, als Trikotsponsor von Deportivo La Coruña. Der Verein ist nun auf der Suche nach einem neuen Sponsor.
Bereits zuvor hatte der Immobilienunternehmer Vicenc Grande Insolvenz beantragt und dabei seinen 93-Prozent- Anteil am Erstligisten Real Mallorca als Bürgschaft hinterlegt. Der Fußballklub steht inzwischen zum Verkauf.
Der bekannteste von der Krise betroffene Verein ist der FC Valencia. Der Hauptaktionär Juan Bautista Soler hatte den Klub in spekulative Immobiliengeschäfte verwickelt und Kredit-Schulden von mindestens 400 Mio. Euro angehäuft. Der geplante Stadion-Neubau liegt auf Eis, der Verein kämpft mit leeren Kassen.
Andere Fußballvereine sind selbst Insolvenzfälle geworden, etwa der frühere Uefa-Cup-Finalist Alavés, der zweimalige Meister Real Sociedad San Sebastián oder der frisch in die erste Liga aufgestiegene Sporting Gijón. Es wird spekuliert, dass es nicht nur bei diesen Fällen bleiben wird, denn der spanische Fußball ist ein Sport, der sich stark über Kredite finanziert.
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