Nach einem Bericht der WELT Online sind die islamischen Banken bislang nicht in dem Maße von der weltweiten Kredit Krise betroffen wie andere Bankeninstitute. Hintergrund dieser unterschiedlichen Entwicklung ist ein von den westlichen Banken stark abweichendes Geschäftsmodell. Danach berufen sich islamische Institute bei ihren Finanzgeschäften auf den Koran, der ein Handeln nur unter striktem Zinsverbot vorgibt. Zudem sind Beteiligung an Geschäften, die mit Glücksspiel, Schweinefleisch, Alkohol, Tabak und Prostitution handeln, verboten. Allerdings überwiegt auch in den islamischen Ländern bislang das gewöhnliche Bankwesen, ausschließlich in den Ländern Saudi-Arabien, Iran, Sudan und Pakistan ist ein Zinsverbot staatlich festgelegt.
Nach Angaben von Zaid el-Mogaddedi vom Institute for Islamic Banking and Finance in Frankfurt umfasst der Markt Schätzungen zufolge heute bereits ein Volumen von 800 Mrd. bis eine Billion Dollar, die jährliche Wachstumsrate betrage 15 bis 20 Prozent. In Deutschland läuft das schariakonforme Bankwesen trotz der rund 3,5 Mio. in Deutschland lebenden Muslimen bislang eher nachrangig, da für eine Umsetzung das deutsche Rechts- und Finanzsystem entscheidend geändert werden müsste.
Die Geschäfte der islamischen Banken laufen nach einem eigenen Konstrukt ab. Um Gewinne nicht über Zinsen zu erzielen, vergibt eine Bank beispielsweise keine direkten Kredite, sondern kauft das von dem Kunden gewünschte Produkt und verkauft dieses anschließend mit Aufpreis an den Kunden weiter. Dieser kann die erhöhte Summe in festen Raten ohne Zinsen abzahlen. Nach einem ähnlichen Prinzip wird eine Baufinanzierung vergeben. Allerdings müsste in Deutschland der Kunde nach geltendem Recht die anfallende Grunderwerbssteuer zwei Mal, für Kauf und Verkauf des Hauses, begleichen. bor
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