Kredit-Magazin News vom 18.09.2008
KfW-Falschüberweisung an insolvente US-Bank noch teurer?
Die staatseigene KfW-Bankengruppe hat Berichte bestätigt, nach denen sie noch am Montag an die bankrotte US-Bank Lehman Brothers eine Summe von 300 Mio. Euro überwiesen habe. Obwohl die Insolvenz der viertgrößten US-Investmentbank bereits am Wochenende abzusehen war und am Montag der Insolvenzantrag folgte, habe es eine fehlerhaft ausgelöste Zahlung aus einem Termingeschäft gegeben, so ein Sprecher der Kredit Bank. Man habe noch versucht, die Transaktion zu stoppen, dies sei jedoch nicht mehr möglich gewesen. Inzwischen steht die US-Bank unter Gläubigerschutz, so dass unklar ist, ob die KfW-Förderbank das Geld jemals aus der Insolvenzmasse zurückerhält.
Inzwischen gibt es Befürchtungen, dass durch die Falschüberweisung ein noch höherer Verlust als die angegebenen 300 Mio. Euro entstanden ist. KfW-Verwaltungsratsmitglied Jürgen Koppelin (FDP) sagte in der ARD, die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW habe selbst von einem Verlust im dreistelligen mittleren Bereich gesprochen, "da ahne ich etwa, dass das 500, 600 Mio. sein könnte."
Der KfW-Verwaltungsrat, dem zurzeit Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) vorsitzt, trifft sich heute in Berlin. Das Thema steht dort auf der Tagesordnung, zudem soll der Verkauf der IKB-Beteiligung an den US-Investor Lone Star besiegelt werden.
Union, FDP und Grüne sprachen von einem schweren Versagen des Risikomanagements der Kredit Bank. Sie forderten, die KfW wie jede private Bank unter die Kontrolle der Börsenaufsicht Bafin zu stellen und das normale Bankgeschäft dem Kredit-Wirtschaftsgesetz zu unterwerfen. Bisher liegt die Rechts- und Fachaufsicht beim Bundesfinanzministerium.
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
>> KfW-Förderbank - Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau
>> Verbraucherschutz - Die Rechte bei einem Kreditabschluss
>> Kreditvergleich - Konditionen für Ratenkredite wichtiger Anbieter