Kredit-Magazin News vom 23.09.2009
Kommissionsbericht bemängelt Kunden-Service der EU-Banken
Die Verbraucherschutzabteilung der Europäischen Kommission hat nach einer Untersuchung bei 224 europäischen Banken u.a. mangelhafte Kundenberatung, irreführende Informationen und undurchsichtige Gebühren beanstandet. Demnach sei die Kostenstruktur der Kredit Institute in vielen Fällen derart undurchschaubar, dass den Kunden der Vergleich verschiedener Anbieter schwer falle. Laut der EU-Kommissare stellten zwei Drittel der Banken online so unklare Gebührenangaben zur Verfügung, dass bei der Erfassung der Daten die zuständigen EU-Sachverständigen weitere Informationen direkt bei den Instituten anfragen mussten.
Insbesondere die Preisstruktur von Girokonten wurde als sehr undurchsichtig bezeichnet. Den untersuchten 29 deutschen Banken wurde hierbei eine überdurchschnittliche Klarheit attestiert. Die Grundgebühren für die Girokonto-Nutzung liegen demnach mit durchschnittlich 89 Euro im Jahr zwar unter dem EU-Durchschnitt von 112 Euro, stehen jedoch beträchtlichen Kosten beispielsweise bei Zahlungen mit Bank- oder Kreditkarte gegenüber.
Kritik gab es von der Kommission vor allem für die Kundenberatung der deutschen Banken. So vertrauten vier von fünf Bundesbürger auf die Empfehlungen der Bankberater und würden wegen "unangemessener Beratung" 50 bis 80 Prozent ihrer langfristigen Geldanlagen zugunsten von unpassenden Finanzprodukten vor Ablauf kündigen. Insgesamt entständen so jährliche Verluste in Höhe von bis zu 30 Mrd. Euro. Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva warf den Kredit Instituten vor, die Privatkunden im Stich zu lassen. sch
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
>> Verbraucherschutz - Gesetzliche Vorgaben bei Kredit-Nutzung
>> Einlagensicherung - Gewährleistete Sicherheit für Tagesgeld
>> Girokonto Gebühren - Verzinsung und Kosten bei Girokonten