Wegen massiver Abschreibungen im Zuge der Kredit Krise und durch Spekulationen am US-Hypothekenmarkt prüft jetzt auch die größte deutsche Landesbank LBBW, Hilfen aus dem staatlichen Rettungsfonds in Anspruch zu nehmen. Die Bank will allerdings nur eine Bürgschaft der Bundesregierung nutzen und hofft zusätzlich auf frisches Kapital der Eigentümer des Instituts. Haupteigentümer der Landesbank Baden-Württemberg sind das Land und der regionale Sparkassenverband mit je etwa 35 Prozent. Die Stadt Stuttgart besitzt 19 Prozent, jeweils knapp 5 Prozent die staatliche Landeskreditbank und der Sparkassen- und Giroverband Rheinland-Pfalz. Nach Angaben aus der Eigentümergruppe müsse die LBBW hohe Belastungen aus der Finanzkrise verkraften und benötige daher eine Kapitalspritze zwischen vier und sechs Mrd. Euro.
Die LBBW ist nicht so stark wie andere Landesbanken von der Kredit Krise betroffen, kämpft jedoch ebenfalls mit Milliardenabschreibungen durch Engagements in Island und bei der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers. Zudem belastet die Notrettung der angeschlagenen SachsenLB im Jahr 2007 die Bank zusätzlich. Durch die Kapitalerhöhung würde das Institut seine Kernkapitalquote auf die vom staatlichen Sonderfonds (Soffin) geforderten Mindestquote von acht Prozent erhöhen können. Erst dann kann die Landesbank zusätzliche Garantien des Bundes in Anspruch nehmen. Das Land Baden-Württemberg sei bereit, eine zusätzliche stille Einlage zu gewähren. Zur Absicherung der Kredite könnte das Institut anschließend zusätzlich staatliche Bürgschaften in Höhe von bis zu 30 Mrd. Euro nutzen.
Am Donnerstag beraten die Sparkassen über das weitere Vorgehen und mögliche Fusionen zwischen den verschiedenen Landesbanken. sch
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