Kredit-Magazin News vom 02.09.2008
Lichtblick für durch Kredit Krise mitgenommene Finanzinstitute
Nachdem durch die weltweite Kredit Krise der Markt für riskante Wertpapiere nahezu zum Erliegen kam, vermelden die Finanzinstitute in diesem Bereich eine leichte Besserung. Inzwischen finden die Banken wieder Käufer für Kredit Derivate und andere bislang von Investoren gemiedene Papiere. So konnte Barclays, der britische Mutterkonzern der deutschen Barclaycard, im ersten Halbjahr problematische Kredite im Wert von 6,3 Mrd. Pfund verkaufen. Selbst als besonders riskant bezeichnete Papiere wie Immobilien-Darlehen und mit Immobilien besicherte Derivate fanden nach Angaben der drittgrößten britischen Bank ihre Käufer.
Zudem scheinen sich die Konditionen für die Verkäufe der Wertpapiere zu verbessern. Noch im Sommer musste die amerikanische Investmentbank Merrill Lynch verkaufte Papiere auf 22 Prozent ihres ursprünglichen Wertes abschreiben und dem Käufer Kredite für die Übernahmefinanzierung einräumen. Barclays-Präsident Bob Diamond sagte, für das Sechs-Milliarden-Paket seien keine zusätzlichen Abschreibungen notwendig gewesen und die Bank habe den Abnehmern auch keinen Kredit für den Kauf der risikoreichen Papiere einräumen müssen.
Auch bei deutschen Kredit Instituten zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. "Wir sehen bei vielen Banken den konkreten Willen, Dinge anzupacken und die strukturierten Kredit Portfolios zu bereinigen", so Dirk Schmitz aus dem Vorstand von Morgan Stanley in Frankfurt. Schmitz erwartet zwar, dass die Verkäufe anderer strukturierter Kredite zunächst deren Preise noch drücken werden, geht aber von einer Bereinigung der größten Probleme bis Jahresende aus.
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