Kredit-Magazin News vom 18.07.2008
Milliardenverluste durch Kredit Krise bei US-Bank Merrill Lynch
Die von der Finanzmarktkrise schwer getroffene drittgrößte US-Bank Merrill Lynch muss im zweiten Quartal dieses Jahres einen Verlust von 4,89 Mrd. US-Dollar (3,09 Mrd. Euro) verbuchen. Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank noch einen Gewinn von 2,07 Mrd. verzeichnet. Seit Beginn der Finanzkrise hat das Kredit Institut damit Verluste von 40 Mrd. US-Dollar hinnehmen müssen. Finanzexperten zeigten sich erstaunt über die hohen Verluste. "Wenn wir gedacht haben, dass es nicht schlimmer kommen könnte, dann war dies vielleicht verfrüht", so z.B. Les Satlow, Portfolio-Manager von Cabot Money Management. Danielle Schembri, Analystin bei BNP Paribas in New York, äußerte sich ebenfalls verwundert: "Diesen hohen Verlust habe ich nicht erwartet."
Angesichts der hohen Abschreibungen kündigte das Kredit Institut u.a. den Verkauf seines 20-prozentigen Anteils an dem Finanzdatenanbieter Bloomberg an. Auch über einen Abgabe der Beteiligung an Financial Data Services werde verhandelt, hieß es. So versucht das Finanzunternehmen an frisches Kapital zu kommen.
Merrill ist eines der am stärksten von der Kredit Krise an den internationalen Finanzmärkten betroffenen Institute. "Es war ein schwieriges und enttäuschendes Quartal", sagte Vorstandschef John Thain in einer Telefonkonferenz.
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