Kredit-Magazin News vom 09.08.2008
Morgan Stanley friert Kredite ein
Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Auszahlung von durch Immobilien abgesicherte Kredite an Tausende Kunden gestoppt. Das Kredit Institut begründet dies mit dem Vorhaben, den aktuellen Wert der Immobilien sowie der gewährten Kreditlinien berechnen zu wollen. Davon betroffen seien jedoch ausschließlich derzeit nicht in Anspruch genommene Kreditlinien und keine ausstehenden Forderungen, teilte das Institut mit. Damit reagiert die Bank auf den Preisverfall auf dem Häusermarkt.
Damit weitet sich die Kredit Krise allmählich auch auf die wohlhabende US-Bevölkerung aus. Zu Beginn der Krise vor einem Jahr waren vor allem Hausbesitzer betroffen, die ihre Immobilien mit einem Kredit finanziert hatten, obwohl sie dafür nicht die erforderlichen Sicherheiten aufbringen konnten. Die Kunden mit sogenannten Home-Equity Lines of Credit (HELOCs) gehören jedoch allen Bevölkerungsschichten an; Morgan Stanley verfügt normalerweise eher über vermögende Kunden. Eine Morgan-Stanley-Sprecherin teilte mit, dass eine Reihe von Kunden kürzlich über eine Veränderung beim Status ihrer HELOCs informiert worden seien. "Der Grund lag in einer Änderung beim Wert ihrer Immobilien oder bei ihrem Kreditprofil", ergänzte die Sprecherin.
Falls andere Investmentbanken das Vorgehen von Morgan Stanley nachahmen sollten, würde dies beträchtliche Auswirkungen auf den Kredit Markt haben. Morgan Stanley ist die erste US-Investmentbank, die mit Aussetzung und Neubewertung eines Teils der Kredite auf die Krise reagiert. Mehrere Geschäftsbanken hatten bereits Schritte in diese Richtung unternommen.
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