Die Deutsche Post AG hat am Mittwoch Gespräche über einen Verkauf der Bank-Tochter Postbank offiziell bestätigt und eine intensive Phase bei den Sondierungen angekündigt. Informierten Kreisen zufolge wird Post-Chef Frank Appel persönlich mit ausgewählten Interessenten sprechen, dazu zählen die Deutsche Bank, Lloyds aus Großbritannien, die niederländische ING und die spanische Santander. Die bisherige Favoriten-Kombination aus Commerzbank und Dresdner Bank ist demnach bisher nicht dabei, könnte letztendlich jedoch trotzdem für eine Fusion in Frage kommen. Die beiden Kredit Banken prüfen zurzeit nach Angaben aus Finanzkreisen ihr gemeinsames, bisher noch nicht abgegebenes Angebot, welches einen Kaufpreis bis elf Mrd. Euro vorsieht.
Aufgrund der Intensivierung der Verkaufsphase bei der Postbank hat der Vorstandschef der Postbank, Wolfgang Klein, seinen Posten im Vorstand bei der Deutschen Post auf Zeit ausgesetzt. Damit hat sich die Post organisatorisch auf den geplanten Verkauf eingestellt und möglichen Interessenkonflikte vorgebeugt.
Die Bundesregierung will sich nach Angaben aus dem Finanzministerium aus den ersten Sondierungsgesprächen heraushalten. Erst Ende Juli oder Anfang August will sich Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit Post-Chef Appel treffen und von ihm den Käufer der Kredit Bank erfahren. Die Bundesregierung ist optimistisch, dass der Verkauf der Postbank noch in diesem Jahr realisiert werden kann. Bis Anfang 2009 besitzt die Regierung ein Vetorecht beim Verkauf des Finanzinstituts.
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