Kredit-Magazin News vom 07.08.2008
Postbank Verkauf immer unwahrscheinlicher
Laut Handelsblatt gerät der Verkauf der Postbank ins Stocken und droht wegen der anhaltenden Kredit Krise zu scheitern. Das Blatt erfuhr aus verhandlungsnahen Kreisen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Deutsche Post ihre Mehrheit an der Bankentochter verkaufe, nur noch bei etwa 50 Prozent liege. Post-Chef Frank Appel müsse entweder mit seinen Preisvorstellungen herunter gehen oder Aktien statt Bargeld akzeptieren, sonst sei keiner der Verhandlungspartner zu einem Kauf bereit.
Die Deutsche Post verhandelt offiziell seit Ende Juni mit einer Handvoll potenzieller Käufer. Diese verlieren vor allem durch die andauernde Finanzkrise das Interesse an der Postbank. Die fortschreitende Belastung hat gezeigt, dass die Postbank schwach an Eigenkapital ist. Zudem sind die Aktien der Kredit Bank seit ihrem Jahreshoch von 67,10 Euro auf gut 44 Euro eingebrochen. Eine weitere Hürde sind die verschiedenen Geschäftsmodelle; die Postbank bietet in ihren Filialen auch Postdienste an und verfügt noch über etwa 7.000 Beamte, die einen eventuellen Stellenabbau erschweren.
Als ein weiteres Hindernis für eine Übernahme wird das Mitspracherecht des Bundes gesehen. Die Regierung, die über ihre Beteiligung bis Anfang nächsten Jahres über ein Veto-Recht beim Verkauf der Postbank verfügt, hatte auf einen zügigen Verkauf in diesem Jahr gedrängt. Allerdings will sich die Bundesregierung nach Angaben aus dem Finanzministerium aus den ersten Sondierungsgesprächen heraushalten.
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
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