Kredit-Magazin News vom 27.10.2008
Postbank verzeichnet wegen Lehman-Insolvenz hohe Verluste
Die Postbank hat am Montag Morgen überraschend ihre vorläufigen Quartalszahlen präsentiert. Wegen der anhaltenden Finanzmarktkrise hat die Kredit Bank nach hohen Abschreibungen in den ersten Quartalen dieses Jahres im dritten Quartal ein Minus vor Steuern von 449 Mio. Euro verbucht. Allein 364 Mio. Euro entstammen Belastungen aus dem Engagement bei der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers. In den ersten neun Monaten liegt das Minus damit bei 112 Mio. Euro.
Um die dadurch noch dünner gewordene Kapitaldecke zu stärken, will das Tochter-Unternehmen der Deutschen Post ihr Kapital um bis zu einer Milliarde Euro erhöhen. Da die Eigenkapitalquote mit über die Vergabe der Kredite an eine Bank entscheidet, sollen deshalb im vierten Quartal bis zu 54,8 Mio. neue Aktien ausgegeben werden, teilte die Postbank weiter mit. Der bisherige Mehrheitseigentümer Deutsche Post erklärte, sie beteilige sich bis zu 100 Prozent an einer geplanten Kapitalerhöhung und verpflichte sich, alle angebotenen Anteile zu mindestens 18,25 Euro je Stück zu zeichnen.
Die Post teilte parallel dazu mit, dass die im September geschlossene Vereinbarung über einen 29,75-prozentigen Einstieg der Deutsche Bank AG bei der Postbank weiterhin bestehen bleibe.
Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen kam es zu drastischen Reaktionen der Börse: Die Aktie der Postbank verlor zum Handelsstart sofort etwa 14 Prozentpunkte.
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