Kredit-Magazin News vom 18.04.2009
Schulden auf Kreditkarten in den USA auf Rekordniveau
Der größte Kreditkarten Anbieter American Express (Amex) gab diese Woche überraschend seine Geschäftszahlen für das erste Quartal bekannt. Demnach ist die Ausfallrate im März zwar auf einen Rekordwert von 8,8 Prozent gegenüber 8,6 Prozent im Februar angewachsen. Dagegen sank jedoch die Rate für Kredite, bei denen seit mindestens 30 Tagen keine Zahlungen mehr erfolgten, von 5,3 Prozent auf 5,1 Prozent. Dieser Wert verweist auf die Wahrscheinlichkeit künftiger Ausfälle. American Express sieht deshalb Anzeichen für eine Verbesserung der Situation.
Hintergrund für die Rekordzahlen von US-Bürgern, die ihre Kreditkartenschulden nicht mehr zahlen können, sind u.a. die steigenden Arbeitslosenzahlen. Deshalb rechnen Experten auch mit einem weiteren Anstieg der Zahlungsausfälle mit Abschreibungen von bis zu neun Prozent. In den Jahren zuvor lag diese Quote bei deutlich unter fünf Prozent.
Ein weiterer Grund für die deutlichen Auswirkungen der Kredit Krise auf Amex ist ein verändertes Geschäftsmodell des Unternehmens. Ursprünglich auf gut situierte Kunden ausgerichtet, hat Amex in den vergangenen Jahren immer mehr auch um jüngere und weniger solvente Kunden geworben. Diesen bot der Konzern Kreditkarten-Modelle an, bei denen die Schulden monatlich weiter übertragen anstatt abgerechnet wurden. Gleichzeitig gewährte Amex immer großzügigere Kreditrahmen. So hatte sich bis zum Sommer 2007 die Anzahl der Kredite auf Amex-Karten gegenüber 2002 auf nahezu 70 Mrd. Dollar verdoppelt.
Mittlerweile will das Management wieder zum alten Geschäftsmodell wechseln und hat u.a. einige an jüngere Verbraucher gerichtete Kreditkarten wieder eingestellt. sch
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