Kredit-Magazin News vom 22.09.2008
US-Investmentbanken geben ihren Status auf
An der Wall Street spricht man vom Ende einer Ära: Die beiden letzten reinen Investmentbanken der USA, Goldman Sachs und Morgan Stanley, haben im Zuge der Kredit Krise ihre Sonderstellung aufgegeben. Auf eigenen Wunsch der beiden Bankhäuser änderte die US-Notenbank Fed ihren Status und erklärte sie zu gewöhnlichen Kredit Banken. Damit fallen Goldman Sachs und Morgan Stanley stärker als bisher unter staatliche Regulierung, erhalten im Gegenzug jedoch Zugriff auf zusätzliche Kredite der Notenbank.
Mit der Umwandlung ist der Spekulationsrahmen der beiden Kredit Institute deutlich stärker eingeschränkt als vorher. Die Investmentbanken, deren letzte Vertreter nun als solche nicht mehr existieren, hatten bislang ungleich größere Summen für Risiko-Spekulationen zur Verfügung als die Geschäftsbanken. Mit der Umwandlung geht dieses Privileg verloren, da sie nun wie andere Banken in den Vereinigten Staaten große Geldsummen bei der Fed hinterlegen müssen.
Für den europäischen Kredit Markt ändert sich mit der Statusumwandlung erwartungsgemäß nicht sehr viel, da sowohl Morgan Stanley als auch Goldman Sachs für Deutschland lediglich normale Bankenlizenzen besitzen und damit auch bisher der Kontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) unterlagen.
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