Kredit-Magazin News vom 23.07.2008
US-Sparkasse erleidet Milliardenverlust
Nachdem zuvor bereits die amerikanische Großbank Wachovia einen deutlich höheren Verlust als erwartet erlitten hatte, musste nun die größte US-Sparkasse Washington Mutual (WaMu) ebenfalls Milliardenverluste verbuchen. Aufgrund der dramatisch fallenden Hauspreise konnte eine Rekordzahl von Eigenheimbesitzern ihren Baukredit nicht abzahlen, so dass die Abschreibungen der Kredit Bank im zweiten Quartal dieses Jahres 3,33 Mrd. US-Dollar betrugen. Bereits im ersten Jahresquartal hatten Washington Mutual im Zuge der Kreditmarktkrise Verluste von 1,14 Mrd. US-Dollar getroffen.
Die US-Sparkasse hatte sich vor allem im Geschäft mit US-Ramschhypotheken stark beteiligt und Kredite ohne genaue Prüfung vergeben. Massiv die Bilanz des Baufinanzierers belastet hatten nun höhere Rückstellungen für die faulen Kredite. Die Kosten für nichtbediente Hypotheken gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 58 Prozent auf 2,2 Mrd. US-Dollar in die Höhe.
Trotz der Milliardenverluste stieg der Aktienkurs des Kredit Instituts um mehr als acht Prozent an: Die Bank hatte erklärt, keine Kapitalerhöhung zur Lösung der Probleme vornehmen zu müssen. Seit Jahresbeginn haben die Aktien von Washington Mutual jedoch rund 64 Prozent ihres Werts verloren, nach dem Einstieg der Beteiligungsgesellschaft TPG Anfang April sogar 87 Prozent. Damit gehört die Bank zu den großen Wackelkandidaten der amerikanischen Immobilienkrise.
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