Kredit-Magazin News vom 16.08.2008
Verkauf der Mittelstandsbank IKB vor Abschluss
Die Verhandlungen über den Verkauf der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB stehen nach Informationen des Handelsblatts kurz vor dem Abschluss. Nach Angaben aus Regierungs- und Finanzkreisen gehören nur noch zwei Investoren zum Käuferkreis: die Beteiligungsfirma RHJ International, die zur US-Gesellschaft Ripplewood gehört und der aus Finanzkreisen gute Chancen eingeräumt werden, sowie die amerikanischen Investmentfirma Lone Star. Allerdings herrschen Zweifel, dass der von der Regierung erhoffte Kaufpreis von 700 Mio. bis 800 Mio. Euro erreicht wird. Eine Entscheidung über den Käufer der IKB soll bereits in den nächsten Wochen fallen.
Die staatliche KfW-Bankengruppe, mit rund 45 Prozent größter Aktionär der IKB, und die Bundesregierung wollen zunächst die Prüfung des milliardenschweren IKB-Rettungspakets durch die EU-Wettbewerbskommission abwarten. Die Mittelstandsbank ist dringend auf die Geldspritze angewiesen, um ihr Fortbestehen zu sichern. Außerdem kann sich die IKB nur so wieder in größerem Stil am Kapitalmarkt refinanzieren und ihr klassisches Geschäft - die Vergabe längerfristiger Kredite an Mittelständler - weiterverfolgen.
Die IKB hatte sich in großem Umfang mit US-Hypotheken schlechter Bonität verspekuliert. Die Bank konnte nur durch eine Finanzspritze der deutschen Kredit Wirtschaft und später des Bundes von 8,5 Mrd. Euro vor der Insolvenz gerettet werden. Die KfW-Förderbank trägt einen Großteil der finanziellen Unterstützung und geriet dadurch selbst in Schwierigkeiten.
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
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