Kredit-Magazin News vom 19.09.2008
Verwaltungsrat der KfW-Förderbank suspendiert zwei KfW-Vorstände
Nach der gestrigen Sitzung des Verwaltungsrats der KfW wurden personelle Konsequenzen aus der Falschüberweisung von 350 Mio. Euro der Förderbank an die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers beschlossen. Zwei der KfW-Vorstandsmitglieder, u.a. zuständig für das Risikomanagement, sowie ein Bereichsleiter wurden suspendiert. Bisher ist weiterhin nicht erklärbar, warum die Kredit Bank am Tag der Insolvenzerklärung der US-Bank Lehman eine automatische Termingeschäft-Zahlung nicht überprüfte und stoppte. Die Staatsbank könnte auf dem finanziellen Schaden sitzen bleiben, da Lehman inzwischen Gläubigerschutz genießt.
Außerdem beschloss der KfW-Verwaltungsrats den Verkauf der IKB an den Finanzinvestor Lone Star. Das KfW-Tochterunternehmen IKB hatte sich mit US-Hypotheken verspekuliert und wurde mit finanzieller Hilfe in Milliardenhöhe durch den Bund, die deutsche Kredit Wirtschaft und die KfW-Förderbank vor dem Bankrott bewahrt. Lone Star zahlt für die IKB nur 137 Mio. Euro; ursprünglich war vom Bund ein Kaufpreis bis 800 Mill. Euro genannt worden. Begründet wurde der deutlich geringere Kaufpreis damit, der US-Investor habe dafür erhebliche Risiken in den IKB-Büchern übernommen.
Unklar bleibt, ob bei weiteren finanziellen Löchern bei der IKB der Bund oder Lone Star Geld nachschießen muss. Die Opposition befürchtet, der Bund habe, ohne darüber zu informieren, zur Absicherung des Verkaufs weitere Garantien bis zu drei Mrd. Euro angeboten.
Weiterführende Links und Informationen zum Thema
>> KfW-Förderbank - Die staatliche Bank und die Förderprogramme
>> Öffentliche Fördermittel - Beihilfen zur Baufinanzierung
>> Kredit - Günstige Ratenkredite und nützliche Hintergründe