Kredit-Magazin News vom 30.09.2008
Zusammenbruch mehrerer Banken durch staatliche Eingriffe abgewendet
Wegen der Kredit Krise mussten am Montag gleich vier Finanzinstitute durch mehrere europäische Staaten mit massiven staatlichen Eingriffen vor dem Bankrott gerettet werden. Damit hat die Finanzkrise Europa in voller Stärke erreicht.
In Deutschland stützte der Bund zusammen mit einem Banken Konsortium den angeschlagenen Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) mit einer milliardenschweren Kredit-Linie. Der Finanzierer soll nun kontrolliert abgewickelt werden.
Die Regierungen der Benelux-Staaten verstaatlichten die niederländisch-belgische Großbank Fortis und bewahrten die Kredit Bank damit vor dem Konkurs. Belgien übernimmt dabei 49 Prozent der Konzernanteile, Luxemburg 49 Prozent der Aktien an der Fortis Banque Luxembourg und die Niederlande übernehmen 49 Prozent der Fortis Bank Niederlande. Damit schießen die Benelux-Staaten insgesamt 11,2 Mrd. Euro in das Unternehmen und übernehmen dafür etwa knapp die Hälfte des Kredit Instituts.
Die Probleme von Fortis sind u.a. durch die Übernahme der niederländischen Bank ABN Amro zusammen mit der Royal Bank of Scotland und der spanischen Santander entstanden. Die 74 Mrd. Euro schwere Übernahme hat tiefe Löcher in die Bilanz gerissen.
In Großbritannien wurde die angeschlagene Hypothekenbank Bradford & Bingley verstaatlicht; dabei wurden das Filialnetz und das Kleinkundengeschäft an die spanische Bank Santander verkauft. Die britische Regierung übernimmt die zum größten Teil riskanten Anlagen wie Immobilien-Kredite im Wert von 50 Mrd. Pfund.
Auch die isländische Bank Glitnir musste verstaatlicht werden.
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